Schneckenrennen um den Aufstieg: Vier Teams, viele Fragezeichen

Vier Teams kämpfen um den Aufstieg in die Verbandsliga

Das Aufstiegsrennen in der Landesliga West könnte kaum spannender sein. Vier Teams kommen für den Aufstieg infrage. Besonders bemerkenswert: Der SC Hauenstein startete mit elf Punkten Vorsprung in die Rückrunde – inzwischen liegt der SCH nur noch auf Platz drei hinter dem VfR Baumholder und dem SV Hermersberg.

Wer hat die besten Kartenim Aufstiegsrennen? Wir nehmen die vier Kandidaten unter die Lupe.

Nico Prass ist mit zwölf Treffern erfolgreichster SG Torschütze // Foto: Patrick Holzer

Der Außenseiter – SG Meisenheim/Desloch/Lauschied
Nach dem 5:1 Heimerfolg gegen Baumholder ist die SG Meisenheim/Desloch/Lauschied so etwas wie der Favoritenschreck der Liga. Mit dem 2:2 gegen den Hermersberg und dem 2:1 gegen Hauenstein holte die SG sieben Zähler gegen die direkte Konkurrenten. Die Rolle des Außenseiters kommt der Spielweise entgegen. In der Favoritenrolle tut sich Meisenheim deutlich schwerer. Das vermeintlich einfachere Restprogramm muss daher kein Vorteil sein – zumal sich die Defensive mit 41 Gegentreffern nicht immer sattelfest zeigt. Auch offensiv fehlt im Vergleich zur Konkurrenz häufig die Durchschlagskraft. Dennoch bleibt die Chance auf die Relegation bestehen, vor allem bei weiteren Ausrutschern der Konkurrenz.

Die Rückrunde lief für Hauenstein nicht nach Wunsch // Foto: Patrick Holzer

Der Gestürzte – SC Hauenstein
Nach einem schwierigen Saisonstart lief es für den SC Hauenstein im vergangenen Jahr wie am Schnürchen. Nach Ende der Vorrunde betrug der Vorsprung elf Punkte. Am 22. Spieltag verlor man die Tabellenführung an Baumholder. Teilweise täuschten die Ergebnisse bereits zuvor über die tatsächlichen Leistungen hinweg, etwa beim 7:2 gegen Zweibrücken. Vor allem gegen kampfstarke Gegner hat der spielerisch starke SCH Probleme, dagegenzuhalten. Hinzu kommt erneut Verletzungspech: Mit Sebastian Stanjek und Luca Schmidt fallen zwei wichtige Offensivspieler langfristig aus, die zusammen 19 Tore erzielten. Die Bilanz im Jahr 2026 ist schwach, die Defensive wackelt zunehmend. In der Rückrundentabelle würde der SCH derzeit um den Klassenerhalt kämpfen. Nur sieben Zähler gelangen in acht Spielen. Das Restprogramm spricht zwar für Hauenstein, doch zuletzt zeigte sich, dass auch vermeintlich leichtere Gegner gefährlich werden können. Will der SCH direkt aufsteigen, darf er sich kaum noch Punktverluste erlauben.

Der SV Hermersberg hat 2026 noch kein Spiel verloren // Foto: Patrick Holzer

Die Punktesammler – SV Hermersberg
Der SV Hermersberg ist das einzige Team der Spitzengruppe, welches noch keine Niederlage hinnehmen musste. Vor allem defensiv präsentiert sich der SVH stabil. Der Kader ist ausgewogen und in der Breite gut besetzt. Hermersberg kann sich flexibel auf Gegner einstellen: Mal überlässt man dem Gegner das Spiel, mal übernimmt man selbst die Kontrolle. Gleichzeitig zeigt sich aber auch ein kleiner Nachteil – mehrere Unentschieden kosten wichtige Punkte. Mit nur noch vier ausstehenden Spielen und dem direkten Duell gegen Baumholder hat Hermersberg dennoch alles in eigener Hand. Dazu geht es gegen den SV Rodenbach, der eine starke Rückrunde spielt. Vor allem diese Partien entscheiden darüber, ob es etwas mit dem Aufstieg wird.

Lucas Alves da Silva schoss für Baumholder die zweitmeisten Tore, zuletzt aber auch in das eigene // Foto: Patrick Holzer

Der Spätstarter – VfR Baumholder
Zu Rundenbeginn sah es nicht danach aus, als könne der Baumholder wieder Anhieb in die Verbandsliga zurückkehren. Zwischenzeitlich lag der VfR nur auf Platz 13. Mit Beginn der Rückrunde stabilisierte sich das Team. Trotz der Niederlage gegen Meisenheim ist man immer noch bestes Rückrundenteam. Ein wichtiger Dreier für die Moral war der späte 1:0 Auswärtssieg gegen Hinterweidenthal. Die Defensive entwickelte sich lange zum Prunkstück, ehe die deutliche Niederlage in Meisenheim einen Dämpfer brachte. Zudem bewies man zuletzt Moral wie beim späten Auswärtssieg in Hinterweidenthal. Im Vergleich zur Konkurrenz wirkt Baumholder derzeit am gefestigtsten. Trotz des Rückschlags hat der VfR den direkten Aufstieg in der eigenen Hand – mindestens die Relegation scheint realistisch.

Fazit
Fünf Spieltage vor Schluss ist das Rennen völlig offen. Baumholder hat die beste Ausgangsposition, Hermersberg die größte Konstanz. Hauenstein und Meisenheim bleiben in Lauerstellung – benötigen aber weitere Patzer der Konkurrenz. Ein Selbstläufer ist der Aufstieg für keines der vier Teams.

Restprogramm

VfR Baumholder

  • 26.04.26: VfR Baumholder – TuS Hackenheim
  • 03.05.26: FC Schmittweiler-Callbach – VfR Baumholder
  • 08.05.26: VfR Baumholder – SV Hermersberg
  • 17.05.26: TSG Trippstadt – VfR Baumholder
  • 24.05.26: VfR Baumholder – TuS Bedesbach-Patersbach

SV Hermersberg

  • 26.04.26: SV Rodenbach – SV Hermersberg
  • 03.05.26: SV Hermersberg – SV Kirchheimbolanden
  • 08.05.26: VfR Baumholder – SV Hermersberg
  • 24.05.26: SG Rieschweiler – SV Hermersberg

SC Hauenstein

  • 26.04.26: SG Rieschweiler – SC Hauenstein
  • 30.04.26: SC Hauenstein – TuS Hackenheim
  • 03.05.26: SC Hauenstein – Spfr. Bundenthal
  • 10.05.26: SV Winterbach – SC Hauenstein
  • 16.05.26: SC Hauenstein – SV Hinterweidenthal
  • 24.05.26: TSC Zweibrücken – SC Hauenstein

SG Meisenheim

  • 30.04.26: TSC Zweibrücken – SG Meisenheim/D/L
  • 03.05.26: SG Meisenheim/D/L – SG Rieschweiler
  • 10.05.26: Spfr. Bundenthal – SG Meisenheim/D/L
  • 16.05.26: SG Meisenheim/D/L – SV Winterbach
  • 24.05.26: SV Hinterweidenthal – SG Meisenheim/D/L